Leonie Sattler

Schauspielerin

Die Grusel-Beauftragte

Dunkle Keller, schaurige Musik, spritzendes Blut: Das ist die Welt von Leonie Sattler, Schauspielerin im Gruselkabinett Berlin Dungeon. Auf Snapchat nimmt uns Leonie einen Tag lang mit in ihre Welt: In den Katakomben des Horror-Theaters schlüpft sie in verschiedene Rollen und zeigt uns ihren Alltag als Grusel-Beauftragte, beim Blick hinter die Kulissen gibt sie Make-Up-Tipps aus der Unterwelt und verrät so einige Tricks der Crew. Wie ist das Leben als Schauspielerin in Berlin? – Leonie gibt uns einen exklusiven Einblick.

Eine Zusammenfassung der schauerlichen Geschichte seht ihr hier im Video:

„Ohne Frühstück gehe ich nicht aus dem Haus“, sagt Leonie Sattler. Sie sitzt in der gemütlichen Küche ihrer 5er-WG im Herzen Berlins und belegt ihr Vollkornbrot. Ein ordentliches Frühstück ist auch nötig, denn gleich startet Leonies Arbeitstag als Schauspielerin im „Berlin Dungeon“, einem interaktiven Gruselkabinett, in dem sie heute gleich mehrere Rollen spielen wird. Nach dem Frühstück schwingt sie sich aufs Fahrrad und düst durch Berlin Mitte. Auf dem Weg passiert sie die Volksbühne, eines der größten Theater der Stadt. „Vielleicht spiele ich da auch irgendwann“, sagt Leonie selbstbewusst. Vorerst geht es aber ab in den Horror-Kerker.

Als erstes schlüpft Leonie heute in die Rolle einer mittelalterlichen Pest-Ärztin. Die passenden Pestbeulen schminkt sie sich mit Kunstblut und Wimpernkleber zurecht. Im Gegensatz zu klassischen Theatern sitzen Zuschauer im Dungeon nicht auf festen Plätzen, sondern bewegen sich frei durch die dunklen Horror-Katakomben. Zwischen mittelalterlichen Gängen und blutverspritzten Schlachtmessern, begegnen sie grauenhaften Gestalten aus der Vergangenheit Berlins, die sie mit ihren Schauergeschichten in Angst und Schrecken versetzen. Ganz anders sieht es hinter der Bühne aus, wenn im fröhlichen Gewusel Zombies, Geister und Fabelwesen zum Schichtwechsel aufeinandertreffen. Über Kameras und versteckte Signallampen können sie sehen, wann eine Besuchergruppe eine Kulisse betritt – und ob diese Deutsch oder Englisch spricht. Dann kann die Show beginnen.

„Und da fließt auch schon das Blut!“ sagt Leonie und pumpt Kunstblut in einen alten Holzeimer. Zwischen zwei Zuschauergruppen hat sie Besuch von ihrem schauspielerischen Leiter Marko bekommen, der schaut, ob alles läuft. Die Arbeit im Dungeon stellt Schauspieler vor besondere Herausforderungen. Mehr als 120 Spezialeffekte wie Explosionen, Nebel oder Regen müssen von den Darstellern über Geheimknöpfe koordiniert und nebenbei noch Zuschauer erschreckt werden.

Nach sechs anstrengenden Stunden ist Leonies Einsatz im Dungeon geschafft. An Feierabend denkt sie aber noch lange nicht. Im heimischen Garten macht sie eine Kaffeepause und beantwortet Fragen der User zu ihrem Leben als Schauspielerin.

An der Schauspielschule hat Leonie gelernt, professionell zu sprechen. In ihrem WG-Zimmer hat sie sich eine eigene Tonkabine gezimmert, in der sie zum Beispiel Texte für Hörspiele aufnehmen kann. Heute nimmt sie ein paar Takes für ein Theaterstück auf. Um Störgeräusche zu vermeiden, zieht sie sich eine Sofa-Decke über den Kopf und legt los. „Als Schauspielerin muss man ganz schön vielseitig sein“, sagt Leonie. Nach den Tonaufnahmen zieht sie weiter zu einer Leseprobe für ein Theaterstück.

„Um in Berlin als Schauspieler zu überleben, sollte man auf jeden Fall kellnern können“, sagt Leonies Freundin Lisa und lacht. Zusammen mit vier anderen Freunden will die Truppe das Theaterstück „Die Schwärmer“ von Robert Musil inszenieren. Noch sind sie damit ganz am Anfang und sprechen in lockerer Runde in einem kleinen Café die Texte durch. Die Schauspielerei ist ein Knochenjob, und lukrative Engagements sind rar. Leonie bleibt trotzdem optimistisch. „Die Arbeit als Schauspielerin ist sehr spannend und vielschichtig“, sagt sie. „Manchmal ist sie eine Herausforderung, aber ich würde nicht tauschen wollen“.

Wenn du wissen willst, wie es mit Leonie weitergeht, folge ihr auf Facebook oder besuche ihre Webseite.